• Schaf-Blök: Laurenz einfach mal laufen lassen

    Bernadette 1Laurenz auch mal laufen lassen

    Moin! Ich bin’s wieder, eure Bernadette, das bunte Schaf. Es ist Frühling, und ich habe mich bunt wie ein Osterei angemalt! Im Frühling tollen Schafe, Hasen und Kinder bunt herum. Sofern man sie lässt. Darum geht es auch im heutigen Schaf-Blök: die Kinder auch mal laufen lassen.

    Das würde sich auch der 13-jährige Laurenz wünschen. Ihn habe ich seit zwei Wochen in meiner Lerncoachinggruppe. Ehrlich gestanden verstehe ich nicht so ganz, was Laurenz in der Gruppe soll. Er ist nämlich ganz gut in der Schule. Na gut, in Erdkunde dürfte er besser sein. Latein liegt ihm auch nicht so richtig, aber ansonsten ist er recht gut in den wichtigsten Fächern. Außerdem durchaus fleißig und nicht unkonzentriert.

    Aber manchmal ist nicht das Schaf auf der Weide bockig, sondern der Schäfer gibt seltsame Anweisungen. So ist es wohl auch bei Laurenz. Diejenige, die unbedingt möchte, dass aus Laurenz ein Superschüler wird, ist seine Mutter. Sie ist sehr ehrgeizig und kontrolliert mehr oder weniger jeden Schritt, den Laurenz macht. Wie anstrengend! Für Laurenz, aber letztlich auch für sie selbst. Der Junge verliert allmählich jede Motivation, und aus dem bislang recht ausgeglichenen Schüler wird, so wie ich es sehe, allmählich ein lustloser Träumer.

    Wenn uns der Schäfer auf der Schafweide den ganzen Tag treibt, dann vergeht uns der Appetit. Wir brauchen Ruhe, um das beste Gras zu finden, und ganz viel Zeit, um dieses dann in aller Gemächlichkeit wiederzukäuen. Was denkt ihr denn? Und wenn dann auch noch der Schäferhund ständig um uns herumscharwenzelt, dann drängen wir uns zusammen und blöken nur noch empört im Chor.

    Ich glaube, so ähnlich ergeht es Laurenz mit seiner Mutter. Ich werde sie wohl um ein Gespräch bitten und versuchen, ihr zu erklären, dass Laurenz mehr Freiheit braucht. Er ist nämlich ein guter Junge. Vielleicht wird er nie den Nobelpreis bekommen, aber kann man den essen? Sie sollte ihm mehr vertrauen. Das ist ganz wichtig für Schafe und Menschen.

    Nun muss ich heim, die Ostereier auf der Weide verstecken!
    Wir lesen uns nach Ostern wieder, eure Bernadette!

Coach und Beraterin Bente Wissmann, Haren

Über mich, Bente Wissmann

Wer bin ich? Erzieherin mit 18 Jahren Berufserfahrung, Coach, psychologische systemsiche Familienberaterin. Ehefrau, Familienmanagerin und Mutter. Eine gute Zuhörerin. Ein Mensch, der gerne lacht und überzeugt ist, dass Famile, Erziehung und Leben mit Leichtigkeit, Freude und Farbe zu tun haben. Auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt.